Andreas Dengler, M.A.

Doktorand

Lehrstuhl für Religionswissenschaft

Über die Promotion

Das Konzept des Sacred Kingships in der britischen Monarchie ab dem späten 19. Jahrhundert

Im Jahr 1897 feierte Königin Victoria ihr diamantenes Thronjubiläum. Sie blickte bis dahin auf die längste Regentschaft einer britischen Monarchin zurück. Ihre Beisetzung vier Jahre später war ein Ereignis von beispielloser internationaler Bedeutung für eine verstorbene Regentin. Ihr Einfluss reichte weit über Großbritannien hinaus und erstreckte sich auf alle Teile der Welt. Gehört zu ihrem Vermächtnis aber auch ein Sacred Kingship?
Victorias Regierungszeit fiel mit der Blütezeit aufwendiger Hofzeremonien und der Entstehung wissenschaftlicher Untersuchungen zum Sacred Kingship durch britische Akademiker und Denker zusammen. Aber warum gewann die Idee dieses alten Königtums auf dem Höhepunkt des Britischen Empire wieder an Bedeutung? Steckt hier mehr dahinter als nur ein historischer Zufall?
Die Dissertation untersucht das Konzept des Sacred Kingships anhand der Werke von John Figgis, Walter Bagehot und James Frazer, um seine Verbindungen zur Theorie der 'Erfindung von Traditionen' zu erforschen. Ergänzt wird sie durch eine Analyse royaler Rituale, darunter Krönungszeremonien, königliche Beerdigungen und Thronjubiläen. Dabei wird sich zeigen, wie die royale Autorität im Kontext der britischen Monarchie ausgeübt, inszeniert und legitimiert wurde.